Steckboard in der Praxis

6. Juli 2010 von Patrick Schnabel

Steckboards zum Testen von Schaltungen sind bei Hobby-Elektroniker sehr beliebt. Statt zu löten, werden die Bauteile einfach und schnell zu Schaltungen zusammengesteckt. Für einfache Verstärker, Radioschaltungen oder die beliebten LED-Spielereien sind Steckboards gut geeignet. Und auch für den schnellen Test gibt es nichts praktischeres als Steckboards.

Aber, Schaltungen mit hohen Taktfrequenzen, hochohmiger Hochspannungstechnik oder Röhren kann man auf einem Steckbrett vergessen. Man handelt sich nur unnötige Probleme ein und die Schaltung funktioniert auf der Leiterplatte aufgelötet nachher völlig anders als geplant.

Hinweis: In einem professionellen Entwicklungslabor wird gelötet oder auch gewrappt. Aber niemals eine Schaltung mit einem Steckboard zusammengesteckt.

Probleme mit Steckboards können dann entstehen, wenn man Bauteildrähte mit unterschiedlichem Durchmesser in die Kontakte steckt. Die Steckboards sind in der Regel für Steckbrücken und Bauteile mit ca. 0,4 mm Durchmesser gemacht. Bei schlechter Qualität des Steckboards kann es passieren, dass dicke Drähte die Kontakte aufbiegen und später dünnere Drähte keinen Kontakt mehr haben. Insbesondere bei billigen Steckboards sind die Kontakte schnell ausgeleiert. Doch auch bei Steckboards guter Qualität leiern die Kontakte bei unvorsichtiger Behandlung mit der Zeit aus oder nutzen sich ab. Die Folge sind keine oder wackelnde elektrische Kontakte. Nichts ist ärgerlicher, als eine aufgebaute Schaltung, die nur deshalb nicht funktioniert, weil das Steckboard Defekte aufweist.

Damit ein Steckboard möglichst lange lebt, sollte man folgende Hinweise beachten:

  • Die ersten beiden Kontaktreihen von der Mitte aus betrachtet, sollten grundsätzlich nur mit ICs bestückt werden.
  • Bauteile mit dickeren Anschlussstifte bis ca. 0,6mm kommen in die äußeren Reihen. Das betrifft hauptsächlich Spannungsregler und Leistungstransistoren.
  • Bauteile mit Lötresten oder dicken Anschlüssen werden nicht eingesteckt, sondern nur über externe Klemmverbinder angeschlossen.

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Dioden prüfen/testen

22. Juni 2010 von Patrick Schnabel

Eine Diode prüft man am besten mit einem Diodentester. Digitalmultimeter haben häufig so eine Funktion integriert. In der Anzeige wird dann die Durchlassspannung angezeigt. In Sperrrichtung wird meist eine 1 (Überlaufwert) angezeigt. Bei einer defekten Diode, wird in beide Richtungen eine 1 angezeigt.

Diode ohne Diodentester prüfen

Hat man kein Digitalmultimeter mit Diodentest-Funktion, behilft man sich mit einer Widerstandsmessung. Dazu schließt man an der ausgelöteten Diode die Messklemmen an der Diode an.

Diode in Durchlassrichtung prüfen

Dazu schließt man die positive Messleitung an der Anode an und die negative Messleitung an der Kathode. Die Kathode ist meist mit einem Strich markiert. Ist die Diode in Ordnung und in Durchlassrichtung angeschlossen, dann fällt das Messergebnis niederohmig aus.

Diode in Sperrrichtung prüfen

Dazu schließt man die positive Messleitung an der Kathode an und die negative Messleitung an der Anode. Ist die Diode in Ordnung und in Sperrrichtung angeschlossen, dann fällt das Messergebnis hochohmig bis unendlich aus.

Hinweise auf Dioden-Defekte

  • Ist die Diode in beide Richtungen hochohmig bis unendlich, dann ist die Diode unterbrochen. Sie ist defekt.
  • Ist die Diode in beide Richtungen niederohmig oder der Widerstand beträgt Null, dann hat die Diode einen Kurzschluss und ist defekt.

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Leitungen, Kabel, Adern, Draht, … Was ist was?

21. April 2010 von Patrick Schnabel

Leitungen, Kabel, Adern, Draht? Da blickt doch keiner durch. Sogar die Fachleute haben Probleme diese Begriffe auseinander zu halten. Da die Begriffe alle sehr schwammig und überall anders verwendet werden, hier der Versuch einer Begriffsdefinition.

Wo sind die Unterschiede?

  • Leiter
  • Leitung
  • Kabel
  • Ader
  • Draht
  • Litze

Leiter

Ein Leiter besteht aus einem oder mehreren Metalldrähten zum Fortleiten des elektrischen Stroms.

Leitung

Die Leitung ist der Überbegriff für so ziemlich Alles, was den elektrischen Strom fortleitet. Zum Beispiel Kabel zur Überbrückung räumlicher Distanz, Hochspannungsleitung, Telefonleitung, Mantelleitung, Installationsleitung, etc.

Häufig verwendete Leitungen sind:

  • Mantelleitung: Ein- oder mehradrige Leitung mit Mantel für die feste Verlegung.
  • Schlauchleitung: Ein- oder mehradrige flexible Leitung mit Mantel.
  • Stegleitung: Mehradrige Leitung, bei der die Adern flach nebeneinander angeordnet sind und von einer dünnen Umhüllung umgeben sind. Geeignet für die geschützte feste Verlegung unter Putz.
  • Verdrahtungsleitung: Einadrige Leitung für die innere Verdrahtung von Verteilern, Geräten, Anlagen und Maschinen.
  • Zwillingsleitung: Zweiadrige flexible Leitung, bei der sich die Adern leicht voneinander trennen lassen.

Kabel

Ein Kabel bezeichnet eine ummantelte elektrische Leitung. Ein Kabel kann auch ein Verbund mehrerer Litzen, isolierter Drähte oder Adern sein. Das Wort Kabel fällt aber auch immer im Zusammenhang mit Erdkabel, also ein Kabel das in die Erde kommt.

Beispiele für Kabel:

  • Steuerkabel: Ist ein isoliertes mehradriges Kabel, das der Steuerung und nicht der Energieversorgung dient. Es hat meist einen geringerer Querschnitt. Der Leiter ist ein Draht oder Litze.
  • Installationskabel: Fest zu verlegendes Kabel für Elektroinstallationen. Der Leiter ist ein starrer Draht.

Unterschied zwischen Kabel und Leitung

Es gibt keine genau Definition. Aber in der Regel sind Kabel starr und Leitungen flexibler. Je nach Branche und Fachjargon werden die Begriffe anders verwendet.

Adern

Als Ader wird ein einzelner Leiter mit seiner Isolierung bezeichnet. Adern sind stromführende Drähte oder Litzen oder auch nur der einzelne Leiter eines Kabels.

Beispiele für Adern:

  • Aderleitung: Einadrige, meist isolierte Litze oder Draht isoliert.
  • Paar oder Adernpaar: Zwei miteinander verseilte Adern.

Draht

Der Draht ist ein einzelner, meist starrer und massiver Leiter, der unter Umständen nicht isoliert ist, und Verbindungen in Geräten herstellt.

Besonderheit: Der Schaltdraht

Der Schaltdraht verbindet Endpunkte in Verteilern. Er kann je nach Verwendungszweck auch ein- oder mehradrig sein. Schaltdraht hat einen Durchmesser von 0,3 bis 0,8 mm und wird an den Endpunkten verlötet, gewrappt oder in Schneidklemmtechnik (z. B. LSA) aufgelegt.

Litze

Eine Litze besteht aus vielen feinen Kupferdrähtchen. Dadurch ist die Leitung flexibel und biegsam.

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Optimierung Lauflicht-Schaltung

12. April 2010 von Patrick Schnabel

Lauflicht-Schaltungen im Internet gibt es wie Sand am Meer. Die meisten sind sehr einfach aufgebaut. Die Verschaltung eines Schieberegisters und eine handvoll LEDs ist auch für Elektronik-Einsteiger kein Problem. Doch manche Schaltungen lassen sich optimieren. Man braucht in der Regel weniger Bauteile als man denkt.

suboptimales Lauflicht

In der oben dargestellten Lauflicht-Schaltung wird für jede LED ein Vorwiderstand verwendet. Soweit ist das in Ordnung. Jede LED sollte einen Vorwiderstand zur Begrenzung von Spannung und Strom in Reihe geschaltet haben.

optimiertes Lauflicht

Doch eigentlich ist es gar nicht notwendig, dass in dieser Schaltung jede LED “einen” Widerstand hat. Grundsätzlich ist es ja so, dass immer nur eine LED leuchtet. In diesem Fall reicht es aus, das man für alle LEDs nur einen Widerstand verwendet. Den setzt man dort ein, wo alle LED-Kathoden zusammengeführt werden. Und prompt haben wir 2 Widerstände gespart. Und nicht nur das, sondern auch das Einlöten.

Hier eine optimierte 10-Kanal-Lauflicht-Schaltung.

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Bipolaren Kondensator basteln

31. März 2010 von Patrick Schnabel

Bipolarer Kondensatoren bis 100 µF bekommt man fast überall zu kaufen. Die sind schon recht groß. Doch was ist, wenn man mehr Kapazität braucht? Zum Beispiel 1.000 µF. Dann sind die Bezugsmöglichkeiten geringer, der Preis hoch und die Bauform sehr groß.

Es gibt aber noch die Möglichkeit, einen bipolaren Kondensator aus zwei ELKOs und zwei Dioden zu basteln.

bipolarer Kondensator

Hinweis: Diese Ersatzschaltung für einen bipolaren Kondensator sollte man nicht in Tonfrequenzweichen verwenden.

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