Netzteile mit falscher Spannung

Mit der Zeit sammeln sich schnell viele Steckernetzteile an. Irgendwann will man welche davon wegschmeißen. Vorher prüft man, welche davon defekt sind. Mit einem Digitalmultimeter misst man als die Ausgangsspannung.

Auf den ersten Blick scheinen die Ergebnisse zu verblüffen. Man stellt fest, dass die gemessenen Ausgangsspannungen mit dem aufgedruckten Spannungswert wenig zu tun haben.

Liegt hier ein Messfehler vor?

Vorausgesetzt man hat das Multimeter richtig verwendet liegt hier indirekt ein Messfehler vor. Der Grund: Im Fall eines der üblichen Steckernetzteile misst man im Leerlauf (also ohne Last) immer eine deutlich höhere Spannung. Die aufgedruckte Spannung stellt sich erst ein, wenn ein Strom fließt.

Hier ist zu beachten, dass bei der Spannungsmessung kein Strom durchs Messgerät fließt. Ein Netzteil gibt es also immer eine Leerlaufspannung ab, wenn kein Strom fließt. Mit dem Multimeter misst man immer die Leerlaufspannung, die in der Regel höher als die angegebene Spannung ist.

Beachten muss man dabei, dass insbesondere günstige Netzteile eine etwas ungenaue Spannungsstabilisierung haben.

3 Kommentare zu Netzteile mit falscher Spannung

  1. Ich denke, dass bei einer Spannungsmessung doch Strom durch das Messgerät fließt, zumindest bei analogen Messgeräten mit Spule. Das kann man selber prüfen, indem man die eingebaute Batterie (oder Zelle) rausnimmt und dann eine Spannungsmessung macht. Das funktioniert. Also muss doch irgendjemand die Anzeigennadel (Spule) bewegen. Und das ist m.E. der Strom, der durch das Gerät fließt. Anders kann ich es mir nicht erklären. Denn der Zeiger ist Masse, und diese Masse muss bewegt werden. Da wird also Arbeit verrichtet. Und Arbeit kann nur durch Stromfluss verrichtet werden. Mit Spannung geht da m.E. nichts.

    Stromerchen

  2. Ja, richtig, genau genommen fließt da etwas Strom.
    Allerdings ist (im Bereich Spannungsmessung) bei vernünftigen Messgeräten (auch analogen) der Innenwiderstand so groß bzw. der Stromfluss durch das Messgerät so gering, dass man einem idealen Messgerät recht nahe kommt bzw. mit einem „unendlich“ hohen Innenwiderstand also I gegen Null rechnen kann.
    Und damit stimmt der oben geschriebene Artikel wieder, weil Schaltnetzteile darauf basieren, dass eine Art Stromregelung betrieben wird um die Ausgangsspannung zu stabiliesieren und dafür eine „Mindestlast“ als Verbraucher existieren muss. Die ist abhängig vom jeweiligen Netzteil, aber ein Multimeter reicht in aller Regel dafür tatsächlich nicht aus!

  3. Wenn man also die Spannung messen will, einfach einen Widerstand (egal welcher Wert) parallel zum Multimeter hängen?

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