Stützkondensator

Integrierte Schaltkreise, insbesondere digitale, benötigen zur besseren Stabilität einen Stützkondensator. Der Grund, die Zuleitung für Speisespannung und GND zu den ICs sind parasitär induktiv. Schon geringfügige, dafür sehr schnelle Stromänderungen führen zu sehr schnellen Änderungen der Speisespannung. Das kann zum Beispiel dadurch entstehen, wenn ein digitaler Ausgang beim Umschalten, wenn beide Ausgangstransistoren kurzzeitig leiten, einen Stromimpuls zieht. Instabilitäten sind die Folge. Dieser Effekt schaukelt sich hoch und das IC schwingt.

Ein Stützkondensator hält für den kurzen Stromimpuls die nötigen Ladungsträger bereit, so dass die Versorgungsspannung im Augenblick des Stromimpuls nicht einbricht.

Auch wenn es in einer Schaltung keine Störungen durch eine schwankende Versorgungsspannung gibt,  weiß man nie, ob das System im Grenzbereich liegt, wo eine Störung gerade noch nicht auftritt. In so einem Fall, wird sie dann auftreten, wenn sich bestimmte Umgebungsbedingungen ändern.

Ein Stützkondensator dient also immer einer besseren Stabilität.

Bei CMOS-Schaltungen reicht ein Stützkondensator mit 100 nF pro Baustein aus. Empfehlenswert ist ein keramischer Vielschicht-Kondensator. Am besten hält man den Weg von Kondensator zu den Pins des ICs sehr kurz.

Bipolare Schaltungen benötigen eine Kombination aus dem Keramik-Kondensator und einem Elektrolyt-Kondensator von etwa 10 µF.